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Niederlande ersetzen ab 1. Juli 2026 Eurovignette durch kilometerbasierte Maut für Lkw

Niederländische Lkw-Maut (vrachtwagenheffing)

Ab dem 1. Juli 2026 ändern die Niederlande die Art und Weise der Straßenbenutzungsgebühren für schwere Lastkraftwagen grundlegend: Die zeitbasierte Eurovignette wird vollständig abgeschafft und durch eine kilometerbasierte Maut (niederl. vrachtwagenheffing) ersetzt. Die Änderung betrifft direkt den internationalen Güterverkehr ins Land und den Transit durch das Land, insbesondere die Ströme, die aus der Ukraine und Moldawien durch die EU führen – und ist daher für jeden von Bedeutung, der eine Reise auf der Seite für Lkw-Fahrer plant.

Was genau sich ändert:

Bislang zahlten die meisten schweren Lkw in den Niederlanden einen Festbetrag für eine Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahresvignette, die eine unbegrenzte Nutzung des mautpflichtigen Netzes der Teilnehmerländer ermöglichte. Ab dem 1. Juli 2026 wird dieses System in den Niederlanden abgeschafft.

  • Die Maut gilt für Lastkraftwagen der Kategorien N2 und N3 mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen.
  • Die Gebühr wird für jeden Kilometer erhoben, der auf mautpflichtigen Straßen zurückgelegt wird – hauptsächlich auf Autobahnen und einzelnen nationalen und lokalen Straßen.
  • Der durchschnittliche Tarif beträgt etwa 0,16–0,19 Euro pro Kilometer (Preise von 2023); der genaue Satz hängt von der Fahrzeugmasse, der Euro-Emissionsklasse und dem CO₂-Emissionswert ab.

In der Praxis entstehen nun anstelle einer einzigen Vignette für unbegrenzte Fahrt direkte Kosten pro Kilometer.

Wie die Maut erhoben wird:

Um das niederländische Straßennetz nach dem 1. Juli 2026 nutzen zu können, müssen Spediteure ein zertifiziertes On-Board-Unit (OBU) installieren, das mit einem Mautanbieter verbunden ist. Das Gerät erfasst die auf mautpflichtigen Straßen zurückgelegte Strecke und übermittelt die Daten zur Rechnungsstellung.

  • Einen Vertrag mit einem registrierten Mautdienstleister abschließen.
  • Ein OBU in jedem betreffenden Fahrzeug installieren und korrekt konfigurieren.
  • Die korrekte Klassifizierung des Fahrzeugs (Masse, Euro-Klasse, CO₂-Kategorie) überprüfen – davon hängt der Satz direkt ab.

Die Kontrolle erfolgt durch Straßenkontrollen und automatische Nummernschilderkennungssysteme (ANPR). Bei fehlender Registrierung, Gerät oder Nichtzahlung drohen erhebliche Bußgelder und in schwerwiegenden Fällen die Beschlagnahme des Fahrzeugs.

Auswirkungen auf Kosten und Routen:

Für internationale Spediteure ändert das neue Modell die gesamte Kostenstruktur: Sie sind nicht mehr in einer festen Vignette „verschmiert“, sondern direkt an die Kilometerleistung, die Routenwahl und die Effizienz des Fuhrparks gebunden. Wie das bei mautpflichtigen Abschnitten in anderen EU-Ländern funktioniert, haben wir auf der Karte der mautpflichtigen Straßen Europas zusammengefasst.

  • Lange Transitfahrten durch die Niederlande werden im Vergleich zu kürzeren Direktrouten teurer.
  • Modernere Lkw mit geringeren Emissionen (höhere Euro-Klasse, bessere CO₂-Bewertung) erhalten einen niedrigeren Kilometertarif.
  • Spediteure können ihre Planung überdenken, um die mautpflichtige Strecke in den Niederlanden zu verkürzen – unter Berücksichtigung der Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer und der Wartezeiten an der Grenze.

Für Nutzer von Nakordoni.eu bedeutet dies, dass die niederländischen Kosten zunehmend vom genauen Kilometerstand innerhalb des Landes nach der Grenzüberquerung abhängen werden und nicht nur vom Vorhandensein einer Vignette. Bei der Planung einer Reise sollten sowohl die Wartezeiten an den Grenzen – zum Beispiel an der Lkw-Grenze Uschhorod (Wartestatistik) – als auch die neue kilometerbasierte Maut berücksichtigt werden.

Wen dies betrifft:

Die Maut gilt sowohl für niederländische als auch für ausländische Lkw über 3,5 Tonnen, einschließlich derer aus Nachbarländern. Die Änderung ist daher besonders relevant für Spediteure aus Deutschland, Belgien, Frankreich und Polen sowie für ukrainische und moldauische Betreiber, die im Transit durch die EU in die Niederlande einreisen.

  • EU-Spediteure mit regelmäßigen Fahrten zu niederländischen Häfen und Logistikzentren.
  • Ukrainische, moldauische und andere Nicht-EU-Betreiber, die das EU-Gebiet transitieren.
  • Logistikunternehmen, die die niederländische Infrastruktur als Tor für Langstreckentransporte nutzen.

Da die Eurovignette in den Niederlanden am selben Tag außer Kraft tritt, an dem die neue Maut beginnt, gibt es keinen Übergangszeitraum – man muss vom ersten Tag an bereit sein.

Was Spediteure schon jetzt tun sollten:
  • Eine Karte der bestehenden und geplanten Routen durch die Niederlande erstellen und die zukünftigen Kosten pro Kilometer schätzen.
  • Den Fuhrpark überprüfen und effizienteren Fahrzeugen für niederländische Fahrten den Vorzug geben.
  • Sich frühzeitig an Mautdienstleister wenden, um Warteschlangen bei der Installation des OBU vor dem Start zu vermeiden.
  • Die Änderungen Fahrern, Disponenten und Kunden mitteilen und die neue Kostenstruktur in Preise und Planung einbeziehen.

Die technischen Regeln, Tariftabellen und die Liste der zertifizierten Betreiber werden vom offiziellen Regierungsportal für die niederländische Lkw-Maut veröffentlicht. Wartezeiten an der EU-Grenze verfolgen und Fahrten planen ist bequem über unseren Bereich für Lkw-Fahrer möglich.